
KIM in der Pflege: Sichere Kommunikation einrichten.
KIM (Kommunikation im Medizinwesen) für Pflegeeinrichtungen: Wie der sichere E-Mail-Dienst funktioniert, welche Voraussetzungen nötig sind und wie Pflegedienste KIM im Alltag einsetzen.
KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist der sichere E-Mail-Dienst innerhalb der Telematikinfrastruktur. Er ermöglicht Pflegeeinrichtungen den verschlüsselten Austausch von medizinischen Dokumenten mit Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen und ersetzt damit den unsicheren Versand per Fax oder unverschlüsselter E-Mail.
Was ist KIM und wie funktioniert es?
KIM funktioniert ähnlich wie herkömmliche E-Mail, unterscheidet sich aber in entscheidenden Punkten:
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Nachrichten und Anhänge werden verschlüsselt übertragen. Nur Sender und Empfänger können den Inhalt lesen.
- Authentifizierte Teilnehmer: Jeder KIM-Teilnehmer ist über seine SMC-B verifiziert. Es gibt keine anonymen Absender.
- Zentrales Adressverzeichnis: Alle KIM-Adressen sind im Verzeichnisdienst der TI registriert. Empfänger lassen sich über Name, Fachrichtung oder Ort suchen.
- Große Anhänge: KIM unterstützt den Versand umfangreicher Dokumente (bis zu 25 MB pro Nachricht), was für Pflegeberichte und Befunde ausreichend ist.
Eine typische KIM-Adresse folgt dem Format: einrichtungsname@anbieter.kim.telematik. Diese Adresse wird im TI-Verzeichnis veröffentlicht und ist für alle TI-Teilnehmer auffindbar.
Es ist außerdem möglich, Premium-Domains oder Subdomains zu verwenden. In diesem Fall wird die Domain der KIM-Adresse direkt auf den Namen der Einrichtung registriert, z. B.: einrichtung1@einrichtung.träger.kim.telematik
Dies ermöglicht eine einheitliche, klar erkennbare Zuordnung der Adresse zur Einrichtung und erhöht die Transparenz für Absender und Empfänger innerhalb der Telematikinfrastruktur.
Typische Einsatzfälle in der Pflege
KIM eröffnet Pflegeeinrichtungen mehrere konkrete Anwendungsszenarien:
- Pflegeberichte an Hausärzte senden/ Sichere Rückfragen an Ärzte: z. B. nach Verschlechterung des Gesundheitszustands oder nach Krankenhausentlassung
Rückfragen zu Verordnungen, Diagnosen oder Medikamenten können direkt verschlüsselt erfolgen. - Verordnungen empfangen: Ärzte können Verordnungen und Rezepte verschlüsselt über KIM übermitteln
- Kommunikation mit Krankenkassen: Leistungsnachweise und Bewilligungsanfragen
- Austausch mit Apotheken: Klärung von Medikamentenfragen und Lieferabstimmung
- Zukunftsfähigkeit für digitale Workflow: KIM ist oft das Bindeglied für weitere digitale Anwendungen, z. B. eRezept, eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) oder elektronische Medikationspläne.
Voraussetzungen für die KIM-Nutzung
Um KIM nutzen zu können, benötigt eine Pflegeeinrichtung:
- Eine aktive TI-Anbindung (Konnektor, Gateway oder TIaaS)
- Eine gültige SMC-B
- Einen KIM-Fachdienst-Vertrag bei einem zugelassenen Anbieter
- Eine TI-fähige Pflegesoftware mit KIM-Integration
Viele TI-Anbindungsanbieter bieten KIM als Teil ihres Servicepakets an. Die Einrichtung erfolgt in der Regel gemeinsam mit der TI-Anbindung und erfordert keinen separaten technischen Aufwand.
Refinanzierung der KIM-Kosten
Die laufenden Kosten für KIM können über die Betriebskostenpauschalen refinanziert werden, die für den TI-Betrieb vorgesehen sind. Die Erstausstattungspauschale berücksichtigt KIM als Bestandteil der TI-Erstausstattung.
Ausblick: KIM und TI-Messenger
KIM ist für den asynchronen Dokumentenaustausch konzipiert, vergleichbar mit E-Mail. Für Echtzeitkommunikation wird künftig der TI-Messenger zur Verfügung stehen, der sich noch in der Einführungsphase befindet. Beide Dienste ergänzen sich: KIM für formelle Dokumente, TI-Messenger für schnelle Rückfragen.
KIM ist die sichere Alternative zu Fax und unverschlüsselter E-Mail im Gesundheitswesen. Für Pflegeeinrichtungen bedeutet die Einrichtung wenig Aufwand, da KIM häufig als Teil der TI-Anbindung bereitgestellt wird. Der größte Gewinn liegt im Alltag: Pflegeberichte, Verordnungen und Rückfragen können sicher und nachvollziehbar ausgetauscht werden, ohne Medienbruch.