Welche Pflegesoftware ist TI-fähig
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Welche Pflegesoftware ist TI-fähig? Die Übersicht.

26.11.2025|4 Minuten
Technologie & StandardsPraxisorganisation & Abläufe

Nicht jede Pflegesoftware unterstützt die Telematikinfrastruktur. Dieser Artikel erklärt, was TI-fähig bedeutet, welche Systeme zertifiziert sind und worauf Pflegeeinrichtungen bei der Auswahl achten sollten.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran, und mit ihr die Anforderungen an die in ambulanten und stationären Einrichtungen. Seit der gesetzlichen Verpflichtung zur Anbindung an die (TI) stellt sich für viele Pflegeeinrichtungen eine zentrale Frage: Ist die eigene Software überhaupt TI-fähig? Dieser Artikel gibt eine fundierte Übersicht über den aktuellen Stand, erklärt die technischen Voraussetzungen und benennt konkrete Systeme, die bereits zertifiziert sind.

Was bedeutet TI-fähig bei Pflegesoftware?

Der Begriff „TI-fähig“ beschreibt die Eigenschaft einer Software, die Dienste der Telematikinfrastruktur technisch unterstützen und nutzen zu können. Konkret bedeutet das: Die Software muss in der Lage sein, über standardisierte Schnittstellen mit der TI zu kommunizieren und die dort verfügbaren Anwendungen in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Mit § 393 SGB V hat der Gesetzgeber die Anbindung an die TI für Pflegeeinrichtungen verpflichtend gemacht. Die Frist zur Anbindung ist bereits in Kraft, und Einrichtungen, die nicht angebunden sind, riskieren Sanktionen in Form von Vergütungsabschlägen. Eine TI-fähige Pflegesoftware ist daher nicht mehr optional, sondern eine betriebliche Notwendigkeit.

Technisch muss eine TI-fähige Software mindestens die folgenden Anwendungen unterstützen:

  • (Kommunikation im Medizinwesen): der sichere E-Mail-Dienst für den Austausch medizinischer Dokumente zwischen Leistungserbringern
  • (ePA): die zentrale digitale Akte, in der behandlungsrelevante Daten gespeichert und abgerufen werden können
  • : die digitale Verordnung, die den Papier-Rezeptweg ersetzt und eine medienbruchfreie Abwicklung ermöglicht

Darüber hinaus kann eine Software weitere TI-Dienste wie (Versichertenstammdatenmanagement) oder die qualifizierte elektronische Signatur (QES) unterstützen.

Auswahlkriterien für TI-fähige Pflegesoftware

Die Entscheidung für eine Pflegesoftware mit TI-Anbindung sollte nicht allein auf Basis der TI-Fähigkeit getroffen werden. Folgende Kriterien sind bei der Auswahl entscheidend:

  • Umfang der TI-Integration: Unterstützt die Software alle relevanten TI-Anwendungen (KIM, ePA, E-Rezept)? Oder werden nur einzelne Dienste abgedeckt?
  • Zukunftssicherheit: Plant der Hersteller die Integration weiterer TI-Dienste? Die TI entwickelt sich kontinuierlich weiter, und neue Anwendungen wie werden hinzukommen.
  • Anbindungsmodell: Arbeitet die Software mit einem physischen , einem Gateway oder einer TI-as-a-Service-Lösung? Eine detaillierte Gegenüberstellung finden Sie im Artikel Konnektor, Gateway oder TI-as-a-Service.
  • Benutzerfreundlichkeit: Die TI-Funktionen sollten nahtlos in den bestehenden Workflow integriert sein und keine zusätzliche Komplexität für die Pflegekräfte erzeugen.
  • Support und Schulung: Bietet der Softwareanbieter ausreichende Schulungsmaterialien und technischen Support speziell für die TI-Funktionen an?
  • Schnittstellenkompatibilität: Kann die Software mit bestehenden Systemen (z. B. Abrechnungssoftware, Dienstplanungstool) zusammenarbeiten, oder erfordert die TI-Integration einen vollständigen Systemwechsel?

Softwareanbindung an die TI

Die technische Anbindung einer Pflegesoftware an die TI erfolgt nicht direkt, sondern über eine Zugangstechnologie. Derzeit existieren drei wesentliche Varianten:

Die klassische Variante ist der physische TI-Konnektor, ein Hardwaregerät, das vor Ort in der Einrichtung installiert wird und die verschlüsselte Verbindung zur TI herstellt. Dieses Modell erfordert eine lokale IT-Infrastruktur und regelmäßige Wartung.
Alternativ TI-as-a-Service (), bei der TI-Konnektoren in einem externen Rechzenzentrum gehostet sind und sämtliche TI-Funktionen über eine Anbindung via an dieses Rechenzentrum genutzt werden können. Die Pflegesoftware greift über VPN auf die Konnektoren und damit auf die TI-Dienste zu, ohne dass ein Konnektor als Hardware vor Ort benötigt wird. Das Kartenterminal + Karte befindet sich weiterhin vor Ort im der Pflegeeinrichtung

Am modernsten ist derzeit das , bei dem die Konnektorfunktionalität ebenfalls ein Rechenzentrum verlagert wird. Die Pflegesoftware kommuniziert ebenfalls über VPN-Tecchnologien wie z.B. IPsec oder WireGuard oder Websockets mit dem TI-Gateway bzw. dann mit der Telematik-Infrastruktur. Wir suchen aber für Ihren Pflegebetrieb genau das richtige Produkt aus, machen Sie sich am besten nicht zu viele Gedanken lassen Sie sich gleich beraten.

Melden Sie sich gerne.

Unabhängig vom Anbindungsmodell benötigt jede Pflegeeinrichtung eine SMC-B-Karte (Sicherheitsmodul-Karte Typ B) als institutionellen Ausweis gegenüber der TI. Diese Karte wird bei der zuständigen Kartenherausgebeorganisation (eGBR: elektronisches Gesundheitsberuferegister) www.egbr.de beantragt und ist Voraussetzung für die Authentifizierung in der TI.

Die Wahl des Anbindungsmodells hängt häufig auch von der eingesetzten Pflegesoftware ab. Nicht jede Software unterstützt alle drei Varianten gleichermaßen. Es empfiehlt sich daher, bei der Softwareauswahl auch die kompatiblen Anbindungsmodelle zu prüfen.
Wir können Ihnen mitteilen welcher Anbindungstyp für welche Software am sinnvollsten sowohl technisch als auch wirtschaft lich ist. Unsere TI-Anbindungspakete sind immer unterhalb der Refinanzierung, also für Sie kostendeckend, in den meisten Fällen haben Sie mehr Geld übrig als Sie ausgeben.

Häufige Fragen zur Pflegesoftware und TI

Die Wahl der richtigen Pflegesoftware mit TI-Anbindung ist eine strategische Entscheidung, die über die reine Erfüllung gesetzlicher Pflichten hinausgeht. Eine gut integrierte TI-fähige Software verbessert die Kommunikation mit anderen Leistungserbringern, reduziert Papierprozesse und schafft die Grundlage für eine effizientere Versorgung. Pflegeeinrichtungen, die sich frühzeitig mit der Thematik auseinandersetzen und ihre Software kritisch prüfen, sichern sich einen klaren Vorteil, sowohl organisatorisch als auch in der Qualität der Pflege.