
TI-Anbindung Checkliste: 7 Schritte für Pflegedienste.
Die praktische Checkliste für die TI-Anbindung: Sieben konkrete Schritte von der Kartenbeantragung bis zur Mitarbeiterschulung, mit Zeitrahmen, Voraussetzungen und Kostenpunkten pro Schritt.
Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) wirkt auf den ersten Blick komplex, lässt sich aber in sieben klar definierte Schritte gliedern. Diese Checkliste führt durch den gesamten Prozess, von der ersten Beantragung bis zum produktiven Einsatz. Die meisten Schritte können parallel laufen, wodurch der Gesamtzeitraum deutlich verkürzt wird.
Grundsätzlich wäre der beste „Erste Schritt“ sich an einen TI-Dienstleister wie unseren Partner VisionCare GmbH zu wenden, da Sie dort direkt alle Schritte besprechen können um für Ihre Einrichtung die „beste Reihenfolge“ herauszufinden.
Trotzdem finden Sie hier grobe Informationen wie man vorgehen kann.
Schritt 1: eHBA beantragen
Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) ist der persönliche Ausweis für Pflegefachkräfte. Nicht jede Pflegekraft benötigt einen, nur diejenigen, die qualifizierte elektronische Signaturen leisten müssen.
- Voraussetzung: Gültige Berufsurkunde als Pflegefachkraft
- Herausgeber: D-Trust (Bundesdruckerei) oder medisign oder T-Systems
- Bearbeitungszeit: 4-8 Wochen
- Tipp: Diesen Schritt zuerst starten, da die Bearbeitungszeit der längste Engpass ist
Schritt 2: SMC-B beantragen
Die SMC-B (Institutionskarte) identifiziert die gesamte Einrichtung innerhalb der TI. Pro IK-Nummer wird genau eine SMC-B benötigt, um Sie bestellen zu können benötigen Sie ein eHBA.
- Voraussetzung: Gültige IK-Nummer und Nachweis der Institutionszulassung
- Herausgeber: D-Trust, medisign oder T-Systems
- Bearbeitungszeit: 3-6 Wochen
Schritt 3: TI-Anbindungspartner wählen
Die technische Verbindung zur TI erfolgt über eine von zwei Optionen:
- TI-Gateway: virtuelle Konnektoren stehen in einem externen Rechenzentrum Sie haben nur Ihr Kartenterminal vor Ort (die neuste Anbindungsvariante)
- TIaaS: Konnektoren stehen in einem externen Rechenzentrum, Sie haben nur Ihr Kartenterminal vor Ort in der Einrichtung
Für die meisten ambulanten Pflegedienste empfiehlt sich ein TI-Gateway oder TIaaS, da diese Lösungen wartungsarm sind und keine zusätzliche Hardware erfordern.
Der TI-Anbindungspartner sollte in seinem TI-Anbindungspaket ebenfalls das notwendige Kartenterminal und KIM-Postfächer + Anbindung anbieten.
Der Partner informiert Sie über den gesamten Prozess, wann was wie zu tun ist.
Schritt 4: Kartenlesegerät beschaffen
Ein eHealth-Kartenterminal ist erforderlich, um SMC-B, eHBA und elektronische Gesundheitskarten einzulesen. Achten Sie auf:
- gematik-Zulassung des Geräts
- Kompatibilität mit der gewählten TI-Anbindung
- Anzahl: Mindestens ein Gerät pro Standort, bei stationären Einrichtungen gegebenenfalls pro Wohnbereich
Schritt 5: Pflegesoftware TI-fähig machen
Die eingesetzte Pflegesoftware muss die TI-Schnittstellen unterstützen. Klären Sie mit Ihrem Softwareanbieter:
- Unterstützt die Software KIM, TI, ggf. ePA
- Ist ein Update oder Modulkauf erforderlich?
(manche Anbieter erheben Kosten, manche nicht) - Welche TI-Anbindungsoptionen werden unterstützt?
Schritt 6: Installationstermin mit Ihrem TI-Anbieter vereinbaren
- Ein Termin wird vereinbart, Dauer: circa 1 Stunde
- Vor dem Termin nochmal prüfen: SMC-B online freigeschaltet? PIN-Brief SMC-B liegt vor? Adminzugang für Server und Pflegesoftware liegt vor? TI-Modul aktiv?
Portfreigaben für Kommunikation mit den TI-Komponenten gesetzt?
Schritt 7: Mitarbeiterschulung durchführen
Technik allein reicht nicht, die Mitarbeitenden müssen die neuen Abläufe kennen und sicher anwenden können. Eine gute Schulung umfasst:
- Grundlagen: Was ist die TI, warum wird sie eingeführt?
- Kartensicherheit: Sicherer Umgang mit eHBA und SMC-B (PINs, Aufbewahrung, Verlustmeldung)
- Softwarenutzung: KIM-Nachrichten senden, ePA-Dokumente aufrufen, Rezeptanforderungen etc.
- Datenschutz: DSGVO-konforme Nutzung der TI-Anwendungen
Schritt 8: Refinanzierungsantrag einreichen
Die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur wird Refinanziert, Sie erhalten also (je nach TI-Anbieter) 100% der Anbieterkosten wieder zurück, solange Sie die TI Nutzen.
Einen Antrag können Sie nach einer erfolgreichen TI-Installation bei https://antraege.gkv-spitzenverband.de/ stellen.
Die TI-Anbindung ist kein Marathonprojekt, wenn sie strukturiert angegangen wird. Starten Sie mit den Kartenbeantragungen, klären Sie parallel die Anbindung und Softwarefrage, und planen Sie eine Mitarbeiterschulung ein. So ist der gesamte Prozess in wenigen Wochen abgeschlossen.
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